| Pütt
Pütt ist eine Bodenentnahmestelle
für den Deichbau.
Das Land (Spätland) wurde
mit dem Spaten etwa 1,20 m tief abgegraben (abgespätet).
Mit dem Einsatz von Baggern durchstieß man die
2-3 m mächtige Kleischicht und förderte bis
etwa 10 m Tiefe den Salzwasser führenden Sand für
den Deichbau (Deichverstärkung und -erhöhung)
zu Tage. Solche Pütten wurden z. B. nördlich
der Alten Kirche und im Ütermarkerkoog mit Wattboden
aufgefüllt, mehrere blieben aber auch als Gewässer
mit Reetbewuchs bestehen (u. a. im Westerkoog). Das
Reet wuchs so reichlich, daß alle Gebäude
mit weicher Bedachung auf der Insel versorgt werden
konnten.
Mit der besseren Entwässerung
der Insel, insbesondere nach Inbetriebnahme des Schöpfwerks
vor der Spülkuhle am Siel 1951, verschwand das
Reet in einigen der Pütten, so daß Schafe
und z.T. auch Rinder dort gräsen konnten. Ebenso
folgte die Vogelwelt dieser Entwicklung.
Diese Landflächen sind aber
für den Ackerbau oder als intensive Weiden nicht
mehr nutzbar. Dies ist bis heute noch innendeichs, z.B.
im Süderkoog, gut zu sehen. Man sagte: Spätland
mache reiche Bauern (weil die Erde gut bezahlt wurde)
und arme Söhne (weil ihnen das abgespätete
Land für Ackerbau und Viehzucht später fehlte).
Diese Leegländer sind tieferliegende und minderwertigere
Ländereien, weil sie schnell überfluten und
eigentlich nur noch als Wiesen zur Heuwerbung dienen.
Die Pütten, die beiden
Tiefs (Süderkoogs- und Waldhusentief), die Sielzüge
in den ursprünglichen Prielen, die Leegländer
und das Grabenstem der Insel dienen nach wie vor als
Speicherräume für das sich zurückstauende
Binnenhochwasser.
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