IV.
MITTELDEICHE
Seedeiche befinden sich unmittelbar
oder durch Vorland geschützt an der See. Mitteldeiche
dagegen stehen zwischen benachbarten Kögen und
haben keinen direkten Kontakt zum Meer, jedoch zur Zeit
ihrer Errichtung waren sie meistens Seedeiche. Es sind
Deiche der zweiten Deichlinie und können, wenn
sie als Deich unterhalten werden, die Überschwemmung
bei einem Bruch der ersten Deichlinie begrenzen. Auf
dem Festland gibt es noch Binnendeiche der 3. Linie,
die Schlafdeiche, die keine Schutzaufgaben mehr haben.
(91*)
Im 18. Jahrhundert wurden manche
Mitteldeiche ganz oder teilweise abgetragen, so daß
sie als solche nicht mehr zu erkennen sind, z. B. der
Klostermitteldeich und der Alte Kirchenweg. Noch 1974
wurde Erde des Schardeichs abgetragen und zur Seedeichverstärkung
verwendet.
Die Bebauung der Mitteldeiche ist
unterschiedlich, da sowohl Häuser auf der Deichkrone,
als auch auf den Innen- und Außenböschungen
gebaut wurden. Manche Häuser an einem Mitteldeich
sehen aus, wie auf einer Warft erbaut, es handelt sich
dabei aber um eine ehemalige Deichbebauung. Auch die
Straßenführung kann auf der Krone und neben
dem Deich verlaufen.
Die, in ihrer Abfolge gesehenen,
heutigen Mitteldeiche Tammensiel, Ütermarkermitteldeich,
Bremer Deich, Nordermitteldeich, Westerschütting,
Osterschütting (von Westerschütting bis Schmerhörn),
Schmerhörn, Südermitteldeich, Tilli und Junkersmitteldeich
waren zwischen 1634 und 1657/63/72/87 Seedeiche, Grüner
Deich von 1657 bis 1687 und Ostersiel und Liebesallee
bis 1798.
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