Roggen und Weizen
Übungsblätter
Pett Di man nich up'n Slips, Johann
Ich stehe am Eingange eines weitläufigen
Eisenbahngebäudes. In meiner Nähe sind unbeschäftigte
Kofferträger, Arbeiter, Droschkenkutscher, ein
Straßenbahnführer, ein schwarzgesichtiger
Schlosserlehrling mit seinem Werkzeug in der linken,
ein alter krummbeiniger, über und über bekleckster
Maurergeselle um einen Wagenschieber versammelt. Auch
einige Steinbrücker (Pflastersteinrammer), die
grade Pausen machen, treten heran. Der Wagenschieber
erzählt eine mordsmäßig grausige Geschichte.
Alles horcht gespannt. Er bramarbasiert und übertreibt
augenscheinlich außerordentlich. Ich trete unbemerkt
näher und näher. Er erzählt von seinen
Heldentaten bei Sedan. Nun hör ich: »Ick
har Napolium all in de Hand. Da käm up'n groten
gelen Hingst Marx Morian (Mac Mahon) anjogt, und seggt
to mi (he sprek nämlich hochdütsch): Wüst
Du wull denn hogen Herrn sufrieden lassen. »Wat,
segg ick to Marx Morian« (und der Erzähler
hebt drohend die rechte Faust), »Du wiss' mi wat
wisen . . .« Da sagt plötzlich trocken einer
der Umstehenden, ihm auf die Schulter klopfend: »Pett
Di man nich up'n Slips, Johann«. Der Wagenschieber
schweigt, sieht den Unterbrecher dumm an . . . und der
ganze Kreis lacht aus vollem Halse. Und die große
Schalltrommel des Tages dröhnt, und Alle gehen
wieder, immer noch lachend, an die Arbeit.
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